Unsere Hunde

„…ob groß oder klein, Regeln müssen sein!!“

Auch wenn es noch Menschen gibt die etwas anderes behaupten, so trachtet er uns weder nach dem Leben sobald wir Schwäche zeigen, noch strebt er stetig in der Rangordnung nach oben und muss somit dauernd dominiert werden. Wir müssen nicht täglich mit ihm um Ressourcen kämpfen und auch der auf dem Sofa liegende Schäferhund schwelgt nicht zwangsläufig in der Illusion, dass er im Haus das Sagen und die Kontrolle übernommen hat.

Es muss jedoch ganz klar sein, dass wir ein Tier in unser Haus geholt haben, dessen Potential Schaden anzurichten bei weitem ausreicht, ggf. eine Menge  Ärger, Probleme und Stress zu verursachen. Ein Hund kann die Lebensqualität erheblich steigern, aber er kann sie auch radikal mindern.

Wir müssen die Verantwortung dafür übernehmen, dass  Menschen oder Tiere weder verletzt, noch in Ihrer Freiheit unnötig eingeschränkt oder „belästigt“ werden. Genauso sind wir aber auch unseren Hunden gegenüber verpflichtet, ein Lebensumfeld zu schaffen, in dem er sich wohl fühlen kann.

Eigentlich war es eine glückliche Fügung der Evolution, die unserem Planeten diese außergewöhnlichen Tiere bescherte. Hunde sind in ihrer Anpassungsfähigkeit, ihren sozialen Kompetenzen und Loyalität kaum zu übertreffen. Genau diese Eigenschaften sind es, die uns so sehr entgegen kommen, dass eine „Beziehung“ unumgänglich ist. Die Ähnlichkeiten lassen den Hund in unserem menschlichen Leben so unentbehrlich und kompatibel werden. Hunde scheinen am besten zu unserer Vorstellung von einem sozialen Miteinander zu passen.

Wart mal,....Du hast da was!

Wart mal,….Du hast da was!

Der Hund ist in der Tierwelt auch deshalb einzigartig, weil nur er es im Laufe von Jahrtausenden geschafft hat, die Nähe zum Menschen so zu nutzen, dass ihm sogar der Kontakt zu uns wichtiger ist, als der zu Seinesgleichen. Wäre dem nicht so, hätte er niemals den Stellenwert erreichen können, den der Hund heute in unserer Gesellschaft genießt. Im Gegenzug hätten wir heute nicht solche hervorragenden Helfer, wie Blinden-, Polizei-, Lawinen- und Katastrophensuchhunde, Diabetiker-, Krebs- und Epilepsiespürhunde, … und alle die ich nicht genannt habe. Man kann durchaus behaupten, dass die Menschheit vermutlich nicht da wäre, wo sie heute ist, wenn es den Hund nicht gäbe.

Für die Wölfe von damals (vor Beginn der Domestikation) scheint sich deshalb nur eine Möglichkeit ergeben zu haben, sich dieser lukrativen ökologischen Nische, der „Menschennähe“, zu bedienen. Sie mussten die Nähe zu den Menschen ertragen. Als Preis mussten Wölfe jedoch ihre angeborene Scheu ablegen. Es war nur jenen Tieren möglich sich in der Nähe der menschlichen Behausungen aufzuhalten, die auch die Vorteile dieser neuen Möglichkeit zur bequemen Nahrungsbeschaffung erkannten und es vorzogen nicht ihrem Fluchtreflex nachzugeben. Gleichzeitig wurden von den damaligen Menschen sicherlich nur die sanftesten und zutraulichsten Charaktere in der Nähe der Siedlungen geduldet. Individuen die nicht sofort zubissen, wenn der Kontakt zu nah wurde.

Die Belohnung für diese Anpassungsleistung war ein Leben fernab der anstrengenden und riskanten Jagd.  Abfälle gab es genug und auch die Menschen erkannten offensichtlich den Nutzen der Wölfe( schon auf dem evolutionären Weg zum Hund) als Aas- und Abfallbeseitigungsmaschinen in den Siedlungen, als Alarmanlage, Jagdgehilfen und Spielgefährten. Der Mensch sorgte dafür, dass die Hunde immer ausreichend Futter bekamen und so bei Ihnen blieben und gleichzeitig ihre Scheu ablegen konnten.

...nur noch 5 Minuten, bitte!

Die Scheu und Aggressivität des Wildtieres „Wolf“, musste also im Zuge der Haustierwerdung  ausselektiert und ein neues, das „gezähmte“ Verhalten genetisch verankert werden. Eine neue Spezies war geschaffen. Der Mensch begünstigte diesen Prozess, indem er eben nur die sanftesten und wenig aggressiven Tiere duldete,die dann Ihre sanften Gene dem Nachwuchs mitgeben konnte. Diese Tatsache verdeutlicht, dass alles was unsere Hunde heute ausmacht, darauf ausgerichtet sein muss, friedlich mit uns zu leben. Dies ist aber offensichtlich nicht immer möglich.

Zeigt ein Hund unerwünschtes Verhalten, ist dies, abgesehen von mangelnder Sozialisation und negativer Prägezeit, durch Unwissenheit und in der Folge auf Missverständnisse zwischen Mensch und Hund zurückzuführen. Kurz gesagt, auch wenn es schmerzt, die Probleme sind meist hausgemacht.

Für das Leben in sozialen Gemeinschaften sind  Regeln und gewisse hierarchische Strukturen unumgänglich und hilfreich. Das gilt für Hunde wie  für  uns Menschen. Eine Erziehung ohne Regeln und Grenzen ist keine Erziehung und endet beim Hund, wie auch beim Kind in grenzen- und respektlosem Verhalten. Wenn wir unseren Hund nicht verstehen und sein Verhalten falsch interpretieren, sind Missverständnisse vorprogrammiert und wir sind nicht in der Lage ihm verständlich beizubringen, was wir von ihm wollen und was nicht. Unsere Hunde und auch unsere Kinder werden nicht mit dem Wissen geboren, wie diese neue Welt funktioniert. Sie haben keine Vorstellung von menschlichen Werten und Umgangsformen. Es liegt an uns sie ihnen angemessen und verständlich zu vermitteln. Eine Tabuzone in der man sich sicher und frei bis an die Grenzen bewegen kann, schafft Sicherheit und Vertrauen. Man weiß dann sozusagen woran man ist. Auf den Hund bezogen geht es dabei  nicht darum Kommandos zu erlernen. Es spielt hierbei keine Rolle ob der Hund auf Kommando „Sitz“ oder „Platz“ macht. Es geht vielmehr darum, dass der Hund sich selbständig setzt oder hinlegt, oder sich zumindest ruhig verhält, weil er gelernt hat, dass dieses Verhalten in dieser Situation eine gute und lohnende Entscheidung für ihn darstellt.

In einer sozial organisierten Gesellschaft, tut man gut daran sich anzupassen, einzugliedern und das bestehende  Regelwerk zu kennen und auch zu respektieren. Auch ist es sinnvoll, sich an erfahrenen Gruppenmitgliedern zu orientieren. Sofern die Führungspersonen zuverlässig dafür Sorge tragen, dass jeder zu seinem „Recht“ kommt und Ressourcen, wie Nahrung,  Zuwendung, Spiel-, Bewegungsbedürfnis und sozialer Raum gemeinschaftstauglich verwaltet werden, wird sich der Hund i. d. R. zufrieden in die vorgegebenen Strukturen einfügen. Es sollte also in unserem Interesse liegen, diese konsequente aber wohlwollende Führung bzw. Beziehung anzubieten.